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Loslassen | Wenn du loslässt, hast du beide Hände frei.

  • MW Resilienzberatung
  • 15. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Dieses chinesische Sprichwort ist mir heute Morgen begegnet. Es ist ein einfacher Satz – und doch hat er etwas in mir bewegt. Vielleicht kennst auch du das: Worte, die dich nicht mehr loslassen, weil sie etwas tief in dir berühren. Wenn ich mir dieses Bild vor Augen führe, wird mir bewusst, wie viele Fäden wir doch alle in der Hand halten. Wie wir Tag für Tag versuchen, eigenen und fremden Erwartungen gerecht zu werden, Verantwortung zu übernehmen, Pflichten zu erledigen und unsere Rollen zu erfüllen. Doch genau dieses Festhalten kostet Energie. Viel Energie. Was wäre, wenn es uns gelänge, einfach mal loszulassen und wieder beide Hände frei zu haben?



Als erstes fällt mir dazu Leichtigkeit, Erleichterung, Entlastung ein. Denn zunächst einmal fällt ja Last ab. Es entsteht Raum für Neues. Raum zum Durchatmen. Raum für neue Gedanken und Perspektiven. Raum für das, was uns wirklich wichtig ist. Andererseits kann aber auch ein Gefühl von Leere entstehen. Denn vieles, was wir festhalten, gibt uns ein Gefühl von Kontrolle, Sicherheit und Wertigkeit. Loslassen bedeutet daher nicht nur Erleichterung. Es setzt auch Vertrauen voraus. Vertrauen, dass nicht alles in unserer Hand liegen muss und trotzdem gut ausgeht. Aus dieser vertrauensvollen und optimistischen Grundhaltung heraus können wir mit freien Händen und klarem Kopf neu entscheiden, woran wir festhalten möchten und was nicht mehr zu uns gehört. Wir können bewusst entscheiden, wofür wir unsere Energie einsetzen möchten.


Wie loslassen gelingt.

Loslassen ist leider kein Schalter, den wir einfach umlegen können. Es ist ein Prozess, der damit beginnt innezuhalten, zu erkennen, dass wir an etwas festhalten und achtsam zu überlegen, was bei uns bleiben darf und was nicht mehr zu uns gehören soll.

Impulsfragen:

Welche Fäden hältst du gerade in der Hand?

Welche Aufgaben fallen in deinen Verantworungsbereich? Welche nicht?

Weshalb übernimmst du diese Aufgabe trotzdem?


Ist das geklärt, brauchen wir eine innere Erlaubnis. Die Erlaubnis nicht perfekt sein zu müssen, nicht alles kontrollieren und auch nicht für alles verantwortlich sein zu müssen. Das mag Ängste und Sorgen auslösen, die wir ernst nehmen und auf ihre Wahrheit überprüfen dürfen.

Impulsfragen:

Was könnte schlimmstenfalls passieren, wenn du loslässt?

Was könnte bestenfalls passieren, wenn du loslässt?


Und dann geht es los mit dem Loslassen. Beginne in kleinen Schritten und in deinem Alltag. Übe dich darin, kleine und unbedeutende Aufgaben abzugeben und loszulassen. Oder bewusst eine Pause zu. machen, obwohl noch etwas zu tun wäre. In diesen kleinen Schritten liegt viel Kraft und Potential. Es ist eine kleine Veränderung, die Grosses bewirken kann. Denn die Erfolge werden dich ermutigen, irgendwann auch grössere Dinge loszulassen.

Impulsfragen:

Welche Aufgabe könntest du abgeben?

Schreibe täglich drei positive Dinge auf, die durch das Loslassen möglich waren.


Wenn du loslässt, entsteht neuer Raum. Und diesen darfst du füllen - mit Dingen die dir guttun und dir wichtig sind.

Impulsfragen:

Was ist mir persönlich besonders wichtig?

Was tut mir gut? Wann bin ich im Flow? Was mache ich gerne?

 
 
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