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Wie voll ist dein Akku wirklich? Mach den Energie-Check

MW Resilienzberatung
30. Sept.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Okt.

Wie geht es dir? Wenn wir diese Frage im Alltag gestellt bekommen, antworten wir meist reflexartig mit: „Ganz gut, viel zu tun gerade, aber es geht schon.“ Wir haben uns in unserer Leistungsgesellschaft so sehr an ein dauerhaft hohes Anspannungsniveau gewöhnt, dass permanente Erschöpfung oft als „neuer Normalzustand“ wahrgenommen wird. Und genau dieser schleichende Wahrnehmungsverlust ist das eigentliche Problem bei lang anhaltendem Stress. Je länger wir nämlich unter Strom stehen, desto weniger sind wir mit uns selbst verbunden und es fällt uns immer schwerer einzuschätzen, wo wir im Hinblick auf unsere Kraftreserven stehen. Wir merken oft zu spät, dass unser Akku aufgebraucht ist. Nämlich dann, wenn der Körper zu streiken beginnt oder es uns emotional nicht mehr gut geht.



Warum Selbstbild und Fremdbild bei Stress auseinanderdriften

Die psychologische und neurobiologische Forschung zeigt: Unter chronischem Stress verändert sich unsere Selbstwahrnehmung radikal. Wenn unser Nervensystem - genauer gesagt der Sympathikus - dauerhaft aktiviert ist und unser Organismus in einem Zustand der permanenten Anspannung verharrt, schaltet das Gehirn in einen Tunnelblick. In diesem Zustand werden körperliche und emotionale Warnsignale vom Bewusstsein übersteuert, ausgeblendet und schlichtweg nicht mehr wahrgenommen. Das ist auch der Grund, weshalb in Stressphasen Selbst- und Fremdwahrnehmung mitunter stark auseinanderdriften. Während die Betroffenen selbst den eigenen Energiezustand noch überschätzten, weil sie ja noch "funktionieren", erkennen Partner, Kollegen und Freunde die nachlassende Belastbarkeit oft deutlich früher.


Das Energie-Kraft-Fass

Das Energie-Kraft-Fass (oft auch als Energie-Fass oder Belastungs-Fass bezeichnet) ist ein visuelles und leicht verständliches Modell aus der Stressbewältigung und Resilienzberatung. Es hilft dabei, das eigene Energiebudget plastisch darzustellen und blinde Flecken im Alltag aufzudecken. Dazu stellst du dir deinen Körper und deine Psyche wie ein Fass vor, das mit Energie gefüllt ist. Der Füllzustand ändert sich in Abhängigkeit davon, wieviel Energie du tankst und wieviel Energie du verlierst. Das Erfassen dieser Energiebringer und Energiediebe erfolgt in drei Schritten:


Was verbraucht Energie? Schreibe so detailliert wie möglich auf, was dir alles Energie entzieht. Was belastet dich? Und womit setzt du dich selbst unter Druck? Entlarve die äusseren Belastungsfaktoren und deine inneren Antreiber und Glaubenssätze - wie z.B. Perfektionismus.


Was gibt dir Energie? Schreibe danach auf, was dir alles Energie schenkt. Also alles, was deinem Körper gut tut (z.B. Schlaf, gesunde Ernährung, Bewegung), was dir Freude bereitet (z.B. freudvolle Hobbies, Qualitätszeit mit lieben Menschen) und deinen Geist beruhigt (z.B. Achtsamkeit, kreatives Schaffen).


Wie voll ist das Energie-Kraft-Fass? Nutze für diese Einschätzung eine Skala von 1 - 10, um den Füllstand zu beziffern und frage dich, ob du gerade mehr Energie aufnimmst oder mehr Energie verlierst. Diese Übung macht zum einen sichtbar, wie es um deinen aktuellen Energiezustand steht und dient zum anderen auch als Ausgangspunkt für gezielte Veränderung. Je nach Ergebnis kannst du dann an vier Stellschrauben ansetzen:


Die vier Stellschrauben für Veränderung

Energiebringer erhöhen und den Akku aufladen: Es müssen nicht immer 2 Wochen Ferien sein. Auch kurze, knackige Übungen (z.B. Atem- und Achtsamkeitsübungen) können zu einem Reset beitragen, die Entspannung fördern und den Akku wieder aufladen. Wichtig ist, dass du dir für diese kraftspendenden Einheiten auch wirklich Zeit nimmst, denn Erholung gehört genauso zur Arbeit dazu, wie die Arbeit selbst!


Energieräuber reduzieren oder vermeiden: Solange wir die Löcher in unserem Energiefass nicht stopfen und gedanklich ständig bei den Belastungen im Job oder der Familie sind, verpuffen selbst die besten Energiebringer. Denn ohne den Kopf wirklich frei zu haben, bringen uns auch mehr Schlaf, Pausen oder Sport nicht die gewünschte Erholung. Deshalb ist es genauso wichtig, bei den Belastungen anzusetzen, zu priorisieren, gesunde Grenzen zu setzen und sabotierende innere Antreiber (z.B. Perfektionismus) aufzudecken und aufzulösen.


Warnsignale als Frühwarnsystem nutzen: Nutze den ermittelten Füllzustand ab sofort als eine Art Barometer. Definiere deine persönliche "Reserve-Grenze" (z.B. bei 30% Energie). Sobald du merkst, dass dein Fass diese Marke unterschreitet (z. B. durch Gereiztheit, schlechten Schlaf oder Verspannungen), weisst du sofort: Ich muss jetzt nicht noch schneller rennen, sondern mir Zeit nehmen, um die Lecks zu indentifizieren, zu schliessen und neue Energie zu tanken.


Den Handlungsspielraum ausschöpfen: Überlege dir, was in deinem Wirkungskreis liegt und was nicht. Übe dich in Akzeptanz, wenn du Dinge nicht verändern kannst, und konzentriere deine Energie stattdessen voll und ganz auf das, was du beeinflussen kannst.


Manchmal ist es gar nicht so leicht, die eigenen blinden Flecken aufzudecken, tief verankerte Glaubens- und Verhaltensmuster zu durchbrechen und die Lecks im Fass zu schliessen. In meinen Beratungen begleite ich dich deshalb Schritt für Schritt dabei, deine persönlichen Stressoren, Stressverstärker und Stressreaktionen zu entlarven und einen nachhaltig gesunden Umgang mit deiner Energie zu entwickeln.


Lass uns gerne gemeinsam in einem kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch hinschauen und herausfinden, wie du wieder zu mehr Gelassenheit und zurück in deine Balance findest.



 
 
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