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Akzeptanz | Die Grundlage für ein gelassenes Leben.

  • MW Resilienzberatung
  • 30. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Menschen streben nach Sicherheit. Das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Diese Sicherheit entsteht immer dann, wenn wir das Gefühl haben, die Dinge im Griff zu haben: Wenn wir Abläufe steuern, Ereignisse vorhersehen und Risiken minimieren können. Doch die Wahrheit ist: Vollständige Kontrolle ist eine Illusion. Das Leben hält sich selten an unsere Pläne und Erwartungen. Früher oder später holt die Realität jeden von uns ein. Termine platzen, Projekte scheitern, Pläne werden vom Leben durchkreuzt. Doch anstatt flexibel zu bleiben und anzunehmen, was wir ohnehin nicht ändern können, ärgern wir uns, führen stundenlange Scheindiskussionen, spielen die Situation immer und immer wieder im Kopf durch und verbrennen dadurch Unmengen Energie.



Stell dir vor: Du bist auf dem Weg zu einem wichtigen Termin und gerätst in einen Stau. In diesem Moment hast du zwei Möglichkeiten, wie du reagieren kannst:


  • Weg A (Widerstand): Du fängst an zu schimpfen und dich aufzuregen. Über die Situation. Über andere. Über dich selbst. „Warum gerade jetzt?! Warum bin ich nicht 30 Minuten früher losgefahren?!“. Puls und Blutdruck steigen und kosten Energie ohne dass sich der Stau dadurch auflöst.


  • Weg B (Akzeptanz): Du spürst die Frustration – die übrigens völlig normal ist – aber du erkennst auch, dass du an der Situation nichts ändern kannst. Deshalb atmest du tief durch und akzeptierst, was du nicht ändern kannst: "Ich stehe im Stau. Ich kann nicht drüberfliegen und auch nicht rückwärts fahren. Ich habe keinen Einfluss auf die Situation." Dadurch bewahrst du Ruhe und einen klaren Kopf. Du gibst Bescheid, dass du dich verspätest, schaltest die Musik an und entspannst.


Was ist Akzeptanz eigentlich?

Um Akzeptanz im Alltag zu nutzen, müssen wir zuerst einmal mit einem Missverständnis aufräumen: Denn Akzeptanz bedeutet nicht, alles gutzuheissen, Dinge schönzureden, herunterzuspielen, tatenlos zuzusehen oder zu resignieren. Akzeptanz ist das sachliche Anerkennen der aktuellen Realität. Es ist das innere Ja zu dem, was ist, anstatt das vergebliche Nein, zu dem was war. Indem du die Realität akzeptierst, sagst du nicht automatisch: „Ich finde das super!“ Du sagst lediglich: „Es ist wie es ist. Ich kann es nicht ändern.“ Wenn es dir gelingt den Ist-Zustand ohne Bewertung anzunehmen, wird Energie frei, um Lösungen zu suchen.


In vier Schritten zu mehr Akzeptanz

Niemand wacht morgens auf und begegnet schwierigen Situationen plötzlich mit einer stoischen Gelassenheit. Akzeptanz muss, wie jede andere mentale Fähigkeit, trainiert werden und zwar regelmässig und in kleinen Schritten. Natürlich kann man Akzeptanz auch erst in der grossen Lebenskrise lernen, aber es ist empfehlenswerter, Akzeptanz im Alltag und an kleinen Dingen zu üben.


Schritt 1: Die Stopp-Taste drücken

Sobald du merkst, dass etwas schiefgeht und die Wut oder Enttäuschung hochkocht: Innehalten. Nimm drei tiefe Atemzüge und schaffe Raum für neue Reaktionen.


Schritt 2: Die Fakten benennen

Trenne die Tatsachen von deiner Bewertung. Anstatt „Warum muss immer mir so etwas passieren?“ kannst du die Situation ganz sachlich beschreiben: "Ich stehe im Stau und verspäte mich um X Minuten." Das schafft wertvollen Abstand.


Schritt 3: Den Widerstand spüren und loslassen

Frage dich ehrlich: „Kann ich die Situation im diesem Moment gerade verändern?“ Wenn die Antwort Nein lautet, sage laut oder gedanklich den Satz:

Ärger verändert nicht die Vergangenheit, aber Akzeptanz verändert meine Zukunft.

Schritt 4: Die Handlungsfrage stellen

Richte deinen Blick von der Ursache (Vergangenheit) auf die Wirkung (Zukunft). Stell dir die einzig entscheidende Frage: „Was ist jetzt der beste nächste Schritt?“


Impuls für deinen Alltag

Wähle dir für die kommenden Tage eine widerkehrende Situation im Alltag aus, die dich regelmässig ärgert (z. B. ein bestimmtes Verhalten, Missgeschicke oder wenn dir jemand die Vorfahrt nimmt). Jedes Mal, wenn diese Situation eintritt, übst du die vier Schritte:


  • Stopp-Taste drücken

  • Fakten benennen

  • Widerstand spüren und loslassen ("Es ist wie es ist. Ich kann es gerade nicht ändern.")

  • Den nächsten Schritt planen


Wenn du das eine Woche lang täglich 2-3 Mal machst, wirst du erstaunt sein, wie viel ruhiger dein Grundzustand wird.



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